Immobilien Insights 04

Starkregen – ist Ihre WEG vorbereitet?

Welche Risiken viele Eigentümer erst nach einem Schaden erkennen
Kind spielt im Regen

Wenn aus wenigen Stunden hohe Kosten entstehen

Starkregenereignisse treten vielerorts häufiger auf als noch vor einigen Jahren. Innerhalb kurzer Zeit können große Wassermengen auf Dächer, Innenhöfe, Kellerabgänge oder Entwässerungssysteme treffen.

Die Folgen reichen von feuchten Kellern über beschädigte Technik bis hin zu erheblichen Schäden am Gebäude.

Doch welche Risiken bestehen eigentlich für Eigentümergemeinschaften – und wie lässt sich vorsorgen?

Nicht jeder Starkregenschaden entsteht am Dach

Bei Starkregen denken viele zunächst an undichte Dächer oder beschädigte Dachflächen. Tatsächlich entstehen Schäden jedoch häufig an ganz anderen Stellen.

Besonders betroffen sind oft:

  • Kellerabgänge
  • Lichtschächte
  • Tiefgaragenzufahrten
  • Hofabläufe
  • Entwässerungsleitungen

 

Treffen innerhalb kurzer Zeit große Wassermengen auf ein Gebäude, können selbst funktionierende Entwässerungssysteme an ihre Grenzen geraten. Das Wasser sucht sich dann häufig den Weg des geringsten Widerstands – oftmals in Keller, Technikräume oder Gemeinschaftsflächen.

Starkregen betrifft daher nicht nur ältere Gebäude. Auch moderne Immobilien können betroffen sein, wenn außergewöhnlich große Wassermengen in kurzer Zeit auftreten.

Umso wichtiger ist es, Entwässerungsanlagen regelmäßig zu kontrollieren und bekannte Schwachstellen frühzeitig zu erkennen. Dazu gehören beispielsweise die Reinigung von Dachrinnen, die Kontrolle von Hofabläufen und Lichtschächten sowie die regelmäßige Überprüfung von Rückstausicherungen.

Feuerwehr pumpt Keller leer

Vorsorge ist oft günstiger als Schadensbeseitigung

Nicht jeder Starkregenschaden lässt sich verhindern. Viele Risiken können jedoch durch regelmäßige Kontrollen und eine vorausschauende Instandhaltung deutlich reduziert werden.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen dabei die Entwässerungswege rund um das Gebäude. Bereits kleinere Verunreinigungen können dazu führen, dass Wasser nicht mehr wie vorgesehen abfließt.

Dazu gehören beispielsweise:

  • die regelmäßige Wartung und Kontrolle des Dachs
  • die Reinigung von Dachrinnen und Fallrohren
  • die Kontrolle von Hofabläufen und Entwässerungsrinnen
  • die Überprüfung von Rückstausicherungen
  • die regelmäßige Kontrolle von Kellerlichtschächten

 

Gerade im Herbst können sich Dachrinnen, Fallrohre oder Abläufe durch Laub, Äste und Schmutz zusetzen. Bei normalen Regenfällen bleibt dies oft unbemerkt. Treffen jedoch innerhalb kurzer Zeit große Wassermengen auf das Gebäude, kann das Wasser nicht mehr ausreichend abgeleitet werden.

Die Folge: Wasser staut sich zurück, läuft über oder sucht sich andere Wege – beispielsweise über Kellerabgänge, Lichtschächte oder Tiefgaragenzufahrten ins Gebäude.

Deshalb empfiehlt es sich, insbesondere vor der Herbst- und Winterzeit die relevanten Entwässerungseinrichtungen kontrollieren und bei Bedarf reinigen zu lassen. Die Kosten für eine regelmäßige Wartung stehen häufig in keinem Verhältnis zu den möglichen Folgekosten eines Wasserschadens.

💡Verstopfte Abläufe fallen oft erst auf, wenn es bereits zu spät ist. Regelmäßige Kontrollen helfen, Risiken frühzeitig zu erkennen und Schäden zu vermeiden.

Arbeiter reinigt die Dachrinne

Versicherungen helfen – aber nicht jeder Schaden ist automatisch versichert

Viele Eigentümer gehen davon aus, dass Wasserschäden durch Starkregen grundsätzlich von der Gebäudeversicherung übernommen werden. So einfach ist es jedoch nicht.

Ob ein Schaden versichert ist, hängt unter anderem von der Schadenursache und dem bestehenden Versicherungsschutz ab. Insbesondere bei Überschwemmungen oder Rückstauereignissen spielt häufig die sogenannte Elementarschadenversicherung eine wichtige Rolle.

Deshalb empfiehlt es sich, den bestehenden Versicherungsschutz regelmäßig zu überprüfen und gemeinsam mit der Verwaltung oder dem Versicherer zu klären, welche Risiken tatsächlich abgesichert sind.

Neben dem Versicherungsschutz kann es sinnvoll sein, bekannte Schwachstellen am Gebäude frühzeitig zu identifizieren und zu dokumentieren. Denn auch die beste Versicherung ersetzt nicht den organisatorischen Aufwand und die Unannehmlichkeiten, die nach einem Wasserschaden entstehen können.

💡 Gut zu wissen

Nicht jede Gebäudeversicherung enthält automatisch eine Elementarschadenversicherung. Ein Blick in die Versicherungsunterlagen oder eine Rückfrage beim Versicherer kann schnell Klarheit schaffen.

Kurz zusammengefasst

Starkregenereignisse können innerhalb kurzer Zeit erhebliche Schäden an Gebäuden verursachen. Besonders betroffen sind dabei häufig Kellerabgänge, Lichtschächte, Hofabläufe und Entwässerungssysteme – also Bereiche, die im Alltag oft wenig Beachtung finden.

Durch regelmäßige Kontrollen, die Reinigung von Dachrinnen und Abläufen sowie die frühzeitige Beseitigung von Schwachstellen lassen sich viele Risiken reduzieren. Ebenso wichtig ist ein regelmäßiger Blick auf den bestehenden Versicherungsschutz.

Die Kosten für vorbeugende Maßnahmen stehen häufig in keinem Verhältnis zu den möglichen Folgekosten eines Wasserschadens.

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